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Appell an Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler |
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Keine Verklärung der DDR |
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Sehr geehrter Herr Bundespräsident! |
Zum Erziehungsrecht der Eltern heißt es im Grundgesetz in Art. 6 Abs. 2 Satz 1: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“
Doch dieses Elternrecht, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, wird immer stärker eingeschränkt:
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- Mehr als die Hälfte (54,4 Prozent) kannten das Jahr des Mauerbaus nicht.
- Jeder dritte Schüler hielt Konrad Adenauer und Willy Brandt für DDR-Politiker.
- Fast 70 Prozent meinen entweder, daß die Bundesrepublik vor 1989 nicht besser als die DDR war, oder sie legen sich nicht fest.
- Fast jeder Fünfte glaubt, daß die DDR-Wirtschaft, die 1989 vor dem Bankrott stand, besser als die der Bundesrepublik war.
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Ihre Warnung vor einer Verklärung der DDR darf nicht verhallen, sondern muß konkrete Politik werden.
Deshalb möchte ich Sie bitten, sich für folgende Mindestanforderungen für die Aufarbeitung des DDR-Unrechts bei Politikern, Lehrern und Persönlichkeiten einzusetzen: |
- In den Schulen muß wesentlich intensiver über das DDR-Regime und ihre Verbrechen gelehrt werden.
- Dazu gehört, daß Schüler mehr Lehrmaterial über die Stasi kostenlos erhalten und die Wirkstätten des DDR-Terrors, wie beispielsweise das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin, besuchen.
- Die Regierung soll Studien über die Repression und den Terror in der DDR subventionieren und den kostengünstigen Erwerb für alle Bürger ermöglichen.
- Unsere Politiker müssen die Gedenkfeiern für die Opfer des DDR-Unrechts viel stärker in der Öffentlichkeit betonen.
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| Mit freundlichen Grüßen |
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| (Die Appelle werden von uns gesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt gebündelt und übergeben.) |
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